Die Kornaten mit ihren unzähligen Inseln und Inselchen und den senkrecht ins Meer abfallenden Klippen sind bereits über Wasser eine vielbestaunte Sehenswürdigkeit. Begibt man sich vor dieser überwältigenden Kulisse unter Wasser, so wird dieser erste Eindruck noch bei weitem übertroffen: senkrecht stürzen die Wände ins Bodenlose und entschwindem im 'big blue'... Steilwandtauchen vom Feinsten, Adrenalinstoß inklusive. Allerdings muß man schon die richtigen Plätze kennen, um nicht nur am nackten Fels entlangzutauchen. Dann allerdings bieten die Kornaten Tauchplätze der Extraklasse, zum Beispiel:
Panitula:
An dieser reich gegliederte Steilwand mit ihren unzähligen
Spalten und Nischen wachsen unter anderem große Exemplare der
roten und farbwechselnden Gorgonien.
Doch die Kornaten bieten nicht ausschließlich überwältigende
Steilwände:
Mana: Dieser Tauchplatz an der Insel Mana
besticht durch einen wunderschön bewachsenen Überhang. In nur
25m Tiefe glaubt man sich dem Tiefenrausch nahe: wie Sterne in
der Nacht leuchten unzählige Krustenanemonen im Schein der
Tauchlampe.
Zwischen dem Nationalpark Kornaten und der Insel
Zirje erhebt sich weit draußen vor der Küste ein nur wenige Quadratmeter großer
Felsen aus dem Meer. Dies ist der Ausgangspunkt für einen der schönsten Tauchplätze
in der ganzen Gegend.
Die Außenseite des Felsens fällt leicht überhängend bis auf
ca. 60m Tiefe ab. Im Schein der Tauchlampe erstrahlt die Wand in
leuchtendem Gelb: unzählige Krustenanemonen und Schwämme haben
sich hier angesiedelt und ziehen den Taucher in ihren Bann. In
den kleinen Löchern und Spalten im Felsen sind die
"üblichen" Bewohner anzutreffen: Langusten,
Katzenhaie, Drachenköpfe,... Und der Blick ins Freiwasser wird
an diesem Tauchplatz auch schon mal mit Stachelmakrelen oder
Thunfischen belohnt.
Allerdings sollte man nicht allzu lange in der Tiefe bleiben,
denn auch im Flachwasser um diesen einzelnen Felsen herum tummeln
sich jede Menge Schwarmfische.
Untiefe südöstl. der Pakleni Inseln, etwa 500m
von der nächstgelegenen Insel entfernt. Ein Plateau mit einem Durchmesser von
ca. 25m erhebt sich bis auf ca. 12m unter dem Meeresspiegel. An allen Seiten
Steilabfall bis auf 40-50m (Sandboden). Auf der südl. Seite bildet der Fels
einen bogenförmigen Durchgang, der von ca. 30m bis auf den Sandgrund reicht
und gut zu durchtauchen ist.
Der gesamte Felsen ist ab einer Tiefe von ca. 20m (!) mit roten Gorgonien
bewachsen, die ab 30m einen dichten Wald bilden. Fächerdurchmesser von über
einem Meter sind hier keine Seltenheit.
Die unzähligen Löcher und Spalten im Fels bieten Unterschlupf für Langusten,
Hummer, Katzenhaie, Gabeldorsche, Drachenköpfe. Außerdem wird der Felsen von
unzähligen Fischschwärmen bevölkert und auch von Großfischen (Thunfische, Bernsteinmakrelen)
aufgesucht.
Leider können wir diesen Tauchplatz nur im Rahmen unserer zweiwöchigen
Tour anfahren.
An der nordwestl. Spitze der Insel
Zirje zieht sich eine Felsnase ins Meer hinaus. Sie bildet ein
Plateau, das teilweise bis auf 2m unter dem Meeresspiegel
ansteigt. Auf der nördlichen Seite fällt das Plateau
terrassenförmig bis auf über 40m ab. Die Steilabhänge zwischen
den einzelnen Terrassen haben Höhen zwischen 5 und 20m. Diese
Wände sind voller Löcher, in denen man Langusten und Katzenhaie
finden kann. Auch hier gibt es schönen Bewuchs mit
Geweihschwämmen und gelben Gorgonien.
An der Kante des Plateaus und auf einigen Terrassen sind
Bruchstücke von Amphoren am Fels festgebacken.
Die Oberseite des Plateaus ist von Felsgraten überzogen, in
deren Spalten Oktopoden, Drachenköpfe und kleine Bärenkrebse zu
Hause sind.
Die Außenseite von Dugi Otok* bietet einen besonderen Leckerbissen für Freunde schöner Höhlen: in geringer Tiefe von maximal 10m reihen sich hier fünf (!!) "Löcher" aneinander, u. a.:
Grotte der Erleuchtung:
Diese Grotte zieht sich etwa 50m in den Fels der Insel hinein.
Auf der gesamten Länge kann aufgetaucht werden, also auch für
interessierte Taucher ohne Höhlenerfahrung problemlos zu
betauchen.
Etwa auf der Hälfte der Strecke wird der Gang durch einen
großen Felsen unterteilt. Man kann beide Wege um den Felsen
herumtauchen und kommt dann zum Ende der Grotte, wo der der
Untergrund langsam ansteigt. Hier sollte man unbedingt auftauchen
und den großartigen Anblick über Wasser genießen: die
Felswände ragen steil empor und in ca. 20m Höhe befindet sich
eine von Bäumen umstandene Öffnung in der Kuppel. Die
hereinscheinende Sonne taucht die Felsen und das seichte Wasser
in ein faszinierendes, unwirkliches Licht. Ein Anblick, den man
nicht versämen sollte.
Höhle "oben ohne":
ebenfalls einzigartig ist diese Höhle, in der man in ca. 5-10m
Tiefe eine Felsnase durchquert und auf der anderen Seite wieder
herauskommt. Schon mal gesehen, nichts besonderes?! Nun gut, nur
ist bei dieser Höhle etwa in der Mitte die Decke großflächig
eingestürzt, so daß man dort auftauchen kann. Und als kleines
Extra endet die Wand der Höhle an dieser Stelle genau auf der
Höhe des Wasserspiegels, so daß man unter Wasser in einer
Höhle ist, sowie man auftaucht, kann man aber frei über das
offene Meer blicken!! Eine auf den ersten Blick etwas verwirrende
Aussicht, aber auf jeden Fall einzigartig!
Diese kleine, flache Insel auf der Außenseite von
Dugi Otok* birgt unter der Wasseroberfläche ein faszinierendes
Geheimnis: Das seicht abfallende Ufer bildet ein flaches Plateau rund um die
Insel. An einer Stelle jedoch öffnet sich ein Loch von wenigen Metern Durchmesser
in dem Plateau. Läßt man sich dort hinuntersinken, so kommt man in eine geräumige
Höhle mit Zylinderrosen auf dem weißen Sandboden und Hunderten von Felsgarnelen
an Wänden. Ein zweiter Ausgang aus der Höhle entläßt den Taucher an die reich
gegliederte Steilwand, an der das Plateau senkrecht bis auf über 40m Tiefe abfällt.
Der Flachwasserbereich mit Oktopusgarantie lädt zum ausgiebigen austauchen ein.
Misi ist eine Untiefe, die sich
bis auf weniger als einen Meter unter die Wasseroberfläche
erhebt. Während auf der einen Seite der Sandgrund langsam
abfällt, bildet auf der anderen Seite der Felsen eine steile
Stufe.
Wie fast zu erwarten ist, wurde diese Untiefe einem Schiff zum
Verhängnis. Über das Schiff und die genauen Umstände seines
Untergangs gibt es unterschiedliche Theorien. Sicher ist nur,
daß der Zahn der Zeit und die starke Wasserbewegung in der
geringen Tiefe dem Wrack stark zugesetzt haben, so daß heute nur
noch Bruchstücke übriggeblieben sind.
Das besondere an diesem Tauchplatz ist aber auch nicht (nur) das
Wrack, das auf der Sandschräge verteilt liegt (Tiefe von 3m bis
25m), sondern auch die Steilstufe mit Spalten, Löchern und
schönem Bewuchs und vor allem der flache Bereich zwischen 1m und
5m Tiefe. Hier ist der Fels stark gegliedert und bildet Rinnen
durch die man sich - zusammen mit den unzähligen Schwarmfischen
- von der leichten Wellenbewegung schaukeln lassen kann. In den
Spalten und unter den Wrackteilen verstecken sich Drachenköpfe,
Conger und Wollkrabben.
Ein wunderschöner und abwechslungsreicher Tauchplatz, der auch
für unerfahrene Taucher problemlos betaucht werden kann.
Nördlich von Dugi
Otok erstreckt sich ein Felsrücken zwischen zwei kleinen Inseln,
der sich vom Sandgrund (ca. 40m) bis auf 10m unterhalb der
Wasseroberfläche erhebt. Etwa in der Mitte zwischen den beiden
Inseln wird dieser Felsrücken im rechten Winkel von einem
Einschnitt durchzogen, der auf der östlichen Seite bis zu 30m
breit wird, während er sich nach Westen hin auf etwa 5m verengt.
Der Grund dieses Einschnittes besteht aus Sand und geht bei 40m
in den offenen Sandboden über. Die senkrecht abfallenden
Felswände des Canyons sind ca. 10-15m hoch, übersät mit
Krustenanemonen, gelben Gorgonien und Geweihschwämmen und von
unzähligen Löchern und Spalten durchzogen. Neben den
namengebenden Meeraalen verstecken sich dort u. a. Langusten
und Drachenköpfe.
Die Oberseite des Felsrückens ist von schönen Felsformationen
überzogen, wo sich viele Schwarmfische aufhalten und zum
Austauchen einladen.
*) Die Außenseite von Dugi Otok kann nur bei sicherem Wetter angefahren werden.